Spritzgussteile aus PVDF

PVDF (Polyvinylidenfluorid) gehört zur Gruppe der teilfluorierten Fluorpolymere und hat sich als industrieller Allrounder etabliert. Der Werkstoff kombiniert eine vergleichsweise einfache thermoplastische Verarbeitbarkeit mit einem ausgewogenen Eigenschaftsprofil aus Chemikalienbeständigkeit, mechanischer Festigkeit und thermischer Belastbarkeit.

Die Dauergebrauchstemperatur liegt zwischen -60 °C und etwa 150 °C. PVDF verfügt über die für alle Fluorkunststoffen typische Chemikalienbeständigkeit und weist eine ähnliche mechanische Belastbarkeit wie ETFE auf. Einzigartig unter den Fluorpolymeren sind die piezoelektrischen Eigenschaften, die PVDF nach entsprechender Polarisierung aufweist. Dadurch eignet sich das Material besonders für Anwendungen in der Messtechnik, sowie in Mikrofonen oder Lautsprechern.

Die Einsatzbereiche für PVDF-Spritzgussteile sind aufgrund der guten Verarbeitbarkeit und vergleichsweise niedrigen Materialkosten sehr vielfältig. Dazu zählen unter anderem der Anlagen- und Behälterbau, die Wasser- und Abwassertechnik sowie die Elektrotechnik. Häufige Anwendungen sind Rohrleitungs- und Pumpenkomponenten, Ventil- und Gehäuseteile sowie eine breite Palette funktionaler Bauteile für industrielle Standard- und korrosive Medienanwendungen.

Strukturformel von Polyvinylidenfluorid (PVDF)

Vorteile von PVDF

  • Sehr hohe Chemikalienbeständigkeit

  • Hohe UV- und Witterungsbeständigkeit

  • Piezoelektrischen Effekte

  • Geringe Dichte und niedriges Gewicht

  • Fast keine Wasseraufnahme

Technische Daten

  • Schmelzpunkt: 170 °C

  • Verarbeitungstemperatur: 220 °C – 260 °C

  • Dichte: 1,7 – 1,8 g/cm³

  • Zugfestigkeit: 40 – 50 MPa

  • Flammwidrig: UL94 V-0